9.2 Den Liquiditätsstatus des Unternehmens überwachen und Finanzpläne aufstellen

 9.2 Den Liquiditätsstatus des Unternehmens überwachen und Finanzpläne aufstellen


  • Was ist Liquidität?
Liquidität ist die Fähigkeit des Unternehmens, seinen Verbindlichkeiten fristgerecht nachzukommen.

- Finanzielle Gleichgewicht: Alle Überlegungen zum Kapitalbedarf, zur Zusammensetzung des Kapitals, zur Kapitalbindung und zur Kapitalüberlassung haben zum Ziel, das finanzielle Gleichgewicht im Unternehmen zu sichern. 
Dies ist gegeben, wenn die Zahlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt gesichert ist und keine überschüssigen Finanzierungsmitten vorhanden sind, die die Rentabilität mindern.

- Unter- und Überliquidität: Um das finanzielle Gleichgewicht zu sichern, stellt das Unternehmen die erwarteten Einnahmen den erwarteten Ausgaben in einem Finanzplan (vgl. S. 25ff.) gegenüber. Auch bei sorgfältiger Finanzplanung bleiben jedoch Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Einnahmen und Ausgaben.

Beispiele:
- Zahlungen können schleppend oder gar nicht eingehen.
- Erwartete Umsätze können nicht realisiert werden.
- Kosten können höher ausfallen als geplant.

  • Liquiditätskennzahlen

Da das im Anlagevermögen investierte Kapital grundsätzlich langfristig gebunden bleibt, müssen fällige Schulden aus dem Umlaufvermögen geltend werden. 

Unpünktliche Erfüllung der Zahlungs-verpflichtungen kann zum Verlust der Kreditwürdigkeit führen (z.B. bei nicht eingehaltenen Zahlungszielen). Anhaltende Zahlungsunfähigkeit führt sogar zur Insolvenz, d.h. zur zwangsweisen Auflösung des Unternehmens. 

Daher sollte ein Unternehmen immer in der Lage sein, seinen Verpflichtungen nachzukommen. 
Das ist langfristig nur möglich, wenn liquide Mittel einer bestimmten Fristigkeit mit entsprechenden Fälligkeiten der Verbindlichkeiten übereinstimmen.

Wie die mangelhafte Liquidität bringt auch eine Überliquidität wirtschaftliche Nachteile mit sich, nämlich Zinsverluste und damit eine Minderung der Rentabilität.

Zur Beurteilung der Liquidität sind den Verbindlichkeiten (Zahlungsverpflichtungen) die liquiden Mittel gegenüberzustellen. 

Nach den Kriterien „Flüssigkeit und Fälligkeit“ werden liquide Mittel 1., 2. und 3. Grades unterschieden und in einzelnen Liquiditätskenn-ziffern berücksichtigt.




Info: Liquiditätskennzahlen sollten mit Vorsicht beurteilt werden. Sie gelten nur für den
Bilanzstichtag und geben somit einen Status an, der sich schnell ändern kann. Aussagen
für die nächste Zukunft können nur bei Kenntnis der Fälligkeitsdaten der Verbindlichkei-
ten einerseits, der Einkaufsplanung, der Liquidierbarkeit der Posten des Umlaufvermö-
gens, der Umsatzentwicklung, der Marktlage und der Zahlungsgepflogenheiten der
Kundschaft andererseits gemacht werden.


  • Merkmale finanzieller Schwierigkeiten
Finanzielle Schwierigkeiten sind an einer Reihe von Merkmalen erkennbar:
  1. · Gewinnrückgang oder Verluste
  2. · Umsatzrückgang
  3. · Verminderung des Eigenkapitals
  4. · Zunahme der Verschuldung
  5. · Zahlungsschwierigkeiten (Zahlungsstockung) bis zur Zahlungsunfähigkeit (Illiquidität)

  • Ursachen von Zahlungsschwierigkeiten
Gründe für Zahlungsschwierigkeiten können inner- und außerbetriebliche Ursachen
haben:


  • Kapitalbedarf
Die Höhe des Kapitals, das ein Unternehmen benötigt, hängt von einer Vielzahl von Fak-
toren ab. 
Im Wesentlichen ist der Kapitalbedarf abhängig von folgenden Faktoren:


  • Aufstellung des Finanzplans und des Finanzbudgets
Ein Unternehmen muss jederzeit seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen 
können.
Infolgedessen erstellt ein Unternehmen einen Finanzplan(nicht zu verwechseln mit dem Finanzierungsplan, in dem Angaben enthalten sind, woher die benötigten Geldmittel kommen),
Die Finanzpläne weisen immer eine Periodenliquidität aus. 

  • Nach der Fristigkeit lassen sich folgende Finanzpläne unterscheiden:
  1. kurzfristige Finanzpläne (bis zu einem Jahr),
  2. mittelfristige Finanzpläne (bis zu vier Jahren),
  3. langfristige Finanzpläne (über vier Jahre).
Info: Falls bei einem Finanzplan die Summe der erwarteten Einnahmen größer ist als die
Summe der erwarteten Ausgaben, entsteht ein Liquiditätsüberschuss (Überdeckung), der
sinnvoll angelegt werden sollte. Ist die Summe der Einnahmen kleiner als die Summe der
Ausgaben (Unterdeckung), entsteht ein Finanzierungsbedarf.


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