9.1 Prozess der Investition und Finanzierung im Unternehmenskreislauf
9.1 Prozess der Investition und Finanzierung im Unternehmenskreislauf
- Der Zusammenhang zwischen Finanzierungs- und Investitionsprozessen
Bei einer Investition werden finanzielle Mittel in Sachvermögen oder Finanzvermögen umgewandelt.
- Wann investiert ein Unternehmen?
Ein Unternehmen wird nur dann investieren, wenn erwartet werden kann, dass die Aus-
gaben für die getätigte Investition in angemessener Zeit durch Verkäufe wieder in das
Unternehmen zurückfließen.
- Was ist eine Desinvestition?
Beispiel: Die Investitionsausgaben werden als Kosten in die Verkaufspreise einkalkuliert und fließen in das Unternehmen zurück. (Beispiel: durch Abschreibungen, Wartungskosten, Reparaturkosten)
Beispiele:
- Für Sachkapital: Einkauf von werkstoffen auf Ziel, Kauf eines Pc durch Banküberweisung
- Für Geldkapital: Bareinlagen von Gesellschaftern. Aufnahme eines Darlehens bei der Bank.
*Info: Die Begriffe Investition und Finanzierung hängen eng zusammen, denn Kapitalverwen-
dung (Investition) setzt immer Kapitalbeschaffung (Finanzierung) voraus.
Die Beschaffung und Verwendung des Kapitals ist aus der Bilanz eines Unternehmens zu
ersehen.
*Info: Kapitalbeschaffung ist kein einmaliger Vorgang, der nur bei Gründung eines Unternehmens erforderlich ist, sondern eine laufende Tätigkeit des Unternehmens.
Die Finanzierung ist mit der Bereitstellung von Kapital im Rahmen der betrieblichen Gesamtplanung befasst. Sie hat systematisch alle in einem bestimmten Planungszeitraum erwarteten Aufgaben und Einnahmen zu erfassen.
- Ziele der Finanzierung
- Ermittlung des Kapitalbedarfs für geplante Investitionen
- Sicherung des finanziellen Gleichgewichts und der Liquidität
- Förderung der Rentabilität
- Förderung der finanziellen Anpasungsfähigkeit (Flexibilität)
- Zahlungsströme in
einem Unternehmen
1. Der Finanzierungsprozess: beginnt mit einer Einnahme. Sie
führt zu Ausgaben, da die Geldmittel im Sachvermögen angelegt werden.
2. Der Investitionsprozess: beginnt dagegen mit einer Ausgabe.
Sie löst Einnahmen aus, da die mit dem Sachvermögen produzierten Güter am Markt
verkauft werden.
- Zahlungsvorgänge die in einem Unternehmen entstehen:
- Auszahlungen: Bezahlung von Betriebsmitteln. Werkstoffe, Entlohnung der Arbeitnehmer.
- Einzahlungen: eingehende Zahlungen aus dem Verkauf von unfertigen und fertigen Erzeugnissen.
In jeder Unternehmung entsteht ein ständiger Kreislauf von Finanzierung (Kapitalbeschaffung), Investition(Kapitalbindung) und Desinvestition (Kapitalfreisetzung).
- Unternehmensziel
Ziel eines jeden Unternehmens ist es, einen Überschuss der Einnahmen gegenüber den
Ausgaben zu erreichen. Ist dies der Fall, erzielt das Unternehmen einen positiven Erfolg
(= Gewinn).
Eigen- und Fremdkapital weisen insbesondere folgende Eigenschaften auf:
- Finanzmanagement
Aufgabe des Finanzierungsmanagements ist die Gestaltung und Steuerung des dem betrieblichen Güterstrom entgegenlaufenden Geldstroms.
Hierzu gehören die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit (Liquidität) des Unternehmens und langfristig die Beschaffung des für Investitionszwecke erforderlichen Kapitals
(= Gestaltung und Steuerung betrieblicher Finanzprozesse).
Die Finanzplanung baut auf den Teilplänen der betrieblichen Funktionsbereiche (Absatz-, Produktions-, Investitions-, Beschaffungs-, Personalplan) auf. Insbesondere die Daten der Finanzbuchhaltung (Bilanz, GuV) bilden eine wichtige Grundlage der Finanzplanung.
- Bei der Finanzplanung sind zwei wesentliche Bestandteile zu unterscheiden:
- die Liquiditätsplanung, die eher kurzfristig ausgerichtet ist.
- die Kapitalbedarfsplanung, die längerfristig angelegt ist.
- Das Finanzmanagement eines Unternehmens umfasst drei Aufgabenkomplexe:
- Gestaltung und Festlegung der Investitionspolitik (Welche Investitionen soll ein Unternehmen durchführen?)
- Gestaltung der langfristigen Finanzierung (Welche alternativen Finanzierungsformen stehen zur Verfügung? Wie ist die Kapitalstruktur des Unternehmens?)
- Gestaltung der kurzfristigen Finanzierung (Welche liquiden Mittel sollte ein Unternehmen haben und welche kurzfristigen Fremdmittel sollte ein Unternehmen aufnehmen? Wie sollte das Zahlungsverhalten gegenüber den Lieferanten und dasjenige der Kundinnen und Kunden gestaltet werden?)
Zusammenfassung: Prozess der Investition und Finanzierung im Unternehmenskreislauf
- Investition = Verwendung von finanziellen Mitteln für die Anschaffung von Sach-, Finanzvermögen oder immateriellem Vermögen (Mittelverwendung)
- Finanzierung = Beschaffung von Kapital (Mittelherkunft)
- Desinvestition = Kapitalrückfluss in Form von Einnahmen
- Die Aktivseite der Bilanz stellt die Formen des Vermögens (= Mittelverwendung) dar = Investition.
- Die Passivseite der Bilanz stellt die Quellen des Kapitals (= Mittelherkunft) dar = Finanzierung.
- Der Finanzierungsprozess beginnt mit einer Einnahme, der Investitionsprozess mit einer Ausgabe.
- Phasen des Investitions- und Finanzierungsprozesses:
- - Investitionsanlass liegt vor
- - Investitionsziele festlegen
- - Umfang der Investition planen
- - Investitionsalternativen vergleichen und beurteilen
- - Kapitalbedarf bestimmen
- - Finanzierungsart planen
- - Investition und Finanzierung durchführen
- - Investitions- und Finanzierungserfolg überwachen
Eigen- und Fremdkapital lassen sich nach den Kriterien Rechtsverhältnisse, Vermögensanspruch, Entgelt, Mitbestimmung und Unternehmensleitung, zeitliche Verfügbarkeit, steuerliche Aspekte, Umfang und Interesse der Kapitalgeber unterscheiden.
Hauptziel der Finanzplanung ist die Erfassung der Einnahmen und Ausgaben sowie der flüssigen Mittel und die Planung des Ausgleichs zwischen Einnahmen und Ausgaben.
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